Georg-Speyer-Haus. Foto: Andreas Reeg, andreasreeg.com Research for Life
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Neuer Mechanismus der T Zellaktivierung entschlüsselt

2 Min

Während der frühen Kolonkarzinogenese ist ein neuer Mechanismus der T Zellaktivierung entschlüsselt worden

prof-dr-florian-greten| Krebserkrankungen entstehen aus unkontrolliertem Wachstum mutierter Körperzellen, die im Laufe der Erkrankung in gesundes Gewebe eindringen und diese schädigen. Ein wichtiger Grund für die Expansion früher maligner Läsionen ist die Möglichkeit der Tumorzellen einer Erkennung durch das Immunsystem wie z. B. T Zellen zu entgehen. Interessanterweise haben Patient:innen, die an einem fortgeschrittenen Kolonkarzinom erkrankt sind, eine bessere Prognose wenn in ihren Tumoren vermehrt T Zellen aufzufinden sind. Die Mechanismen, die zur Unterdrückung der frühen T Zellaktivierung oder der Rekrutierung der T Zellen zu einem späteren Zeitpunkt führen, sind jedoch bis heute nur unzureichend verstanden.

Eine Voraussetzung Tumorzellen als körperfremd oder gefährlich zu erkennen ist die Expression bestimmter Antigene auf Tumorzellen, die von den T Zellen detektiert werden können. Der Gruppe von Prof. Dr. Florian Greten bei uns am Georg-Speyer-Haus ist es nun gelungen, Tumorzellen in tierischen Modellen von Darmkrebs zur verstärkten Produktion von Antigenen anzuregen. Dies hat zu einer deutlich gesteigerten Aktivierung sogenannter CD8+ T Zellen gegen Tumorzellen geführt und die Entstehung von Darmtumoren konnte verlangsamt oder sogar unterdrückt werden. Eine zentrale Rolle innerhalb der Tumorzellen spielen dabei Lysosomen, kleine Zellorganellen, die den Abbau von defekten oder gealterten Bestandteilen übernehmen. Paul Ziegler, der Erst-Autor der Studie, die am 14. Juni 2018 in der online Ausgabe der Zeitschrift Cell veröffentlicht wurde, beobachtete, dass bei erhöhtem Abbau von Mitochondrien sich deren eisenhaltige Bestandteile in Lysosomen anreichern und diese Anfällig machen für Schädigung. Freisetzung von Enzymen (Proteasen) aus den geschädigten Lysosomen erhöht die Produktion von Antigenen in den Tumorzellen.

 

„Unsere Daten zeigen, dass es möglich ist, Tumorzellen durch gezielte Angriffe an Lysosomen und/oder Mitochondrien zur Produktion von Antigenen anzuregen, sodass sie durch das Immunsystem erkannt und bekämpft werden können“, kommentiert Studienleiter Prof. Dr. Greten.

Die Forscher:innen wollen nun im Rahmen anderer Modelle die Effektivität von Mitochondrien-Abbau und Schädigung von Lysosomen auf die Krebs-Immuntherapie untersuchen.

 

Publikation

Ziegler, P.K. et al.
Mitophagy in Intestinal Epithelial Cells Triggers Adaptive Immunity during Tumorigenesis.
Cell 174, 88–101, 2018, Elsevier Inc.
doi.org/10.1016/j.cell.2018.05.028

 

Kontakt

Prof. Dr. Florian R. Greten
Georg-Speyer-Haus
Institut für Tumorbiologie und Experimentelle Therapie
Paul-Ehrlich-Str. 42-44
60596 Frankfurt am Main
+4969 63395-232
Greten@gsh.uni-frankfurt.de