Florian Greten erhält renommierte ERC-Förderung

01.07.2026

Projekt INFLAME-TME von Florian Greten erhält renommierte ERC-Förderung für den Transfer innovativer Forschung in Richtung klinischer Anwendung

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Greten hat einen ERC Proof of Concept Grant 2026 des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) eingeworben. Mit dem Projekt INFLAME-TME: Inflaming the microenvironment of colorectal cancer to enable immunotherapy soll ein neuartiger Therapieansatz weiterentwickelt werden, der die Wirksamkeit von Immuntherapien bei der häufigsten Form des Darmkrebses verbessern könnte.

Der ERC gilt als die wichtigste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Seine Proof of Concept Grants richten sich ausschließlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits erfolgreich einen ERC Grant eingeworben haben. Mit einer Förderung von bis zu 150.000 € unterstützen sie die Weiterentwicklung vielversprechender Forschungsergebnisse in Richtung konkreter Anwendungen und tragen dazu bei, die Lücke zwischen exzellenter Grundlagenforschung und Innovation zu schließen.

Neue Perspektiven für die Immuntherapie bei Darmkrebs

Moderne Immuntherapien haben die Behandlung vieler Krebsarten in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Für die häufigste Form des Darmkrebses bleiben sie jedoch bislang weitgehend wirkungslos. Rund 85 bis 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entfallen auf das sogenannte mikrosatellitenstabile kolorektale Karzinom (MSS CRC). Für viele Betroffene besteht daher weiterhin ein hoher medizinischer Bedarf.

Einen vielversprechenden Ansatz, dies zu ändern, hat das Forschungsteam um Prof. Dr. Greten bereits im Rahmen des ERC Advanced Grants PLASTICAN entwickelt. Dabei entdeckten die Forschenden einen bislang unbekannten Mechanismus, der Tumorzellen nicht nur schwächen, sondern gleichzeitig das Immunsystem aktivieren könnte. Mit dem Projekt INFLAME-TME soll diese Entdeckung nun gezielt weiterentwickelt und ihr Potenzial für eine neue Immuntherapie untersucht werden.

Unser Ziel ist es, Tumoren für das Immunsystem sichtbar zu machen. Die häufigste Form des Darmkrebses bleibt bislang für die körpereigene Abwehr weitgehend unsichtbar, weshalb Immuntherapien oft nicht wirken. Wir entwickeln einen neuen RNA-basierten Ansatz, der diese Tumoren gezielt unter Stress setzt und dadurch eine Immunreaktion auslösen soll. Gelingt dies, könnte daraus langfristig eine neue Behandlungsstrategie entstehen - nicht nur für Darmkrebs, sondern möglicherweise auch für andere Tumorarten, die bislang nicht auf Immuntherapien ansprechen", erklärt Prof. Dr. Greten (Leiter des Forschungsprojektes und Direktor des Georg-Speyer-Hauses).

Nächste Schritte auf dem Weg zur klinischen Anwendung

In den kommenden 18 Monaten wird das Team mithilfe des ERC Proof of Concept Grants die wissenschaftlichen Grundlagen dieses Ansatzes weiter untersuchen und die Voraussetzungen für eine spätere klinische Entwicklung schaffen. Dazu gehören neben der experimentellen Validierung auch Fragen des Patentschutzes, regulatorische Anforderungen und mögliche Wege, die Forschung langfristig in die medizinische Anwendung zu überführen.

Die Förderung durch den ERC unterstreicht das große Innovationspotenzial der zugrunde liegenden Forschung. Sie ermöglicht den entscheidenden nächsten Schritt: den Übergang von einer wissenschaftlichen Entdeckung hin zu einer möglichen neuen Therapie für Patientinnen und Patienten.