Georg-Speyer-Haus. Foto: Andreas Reeg, andreasreeg.com Research for Life
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Zum 1. Mal natürliche Killerzellen bei Hirntumor eingesetzt

2 Min

Erstmaliger Einsatz genmodifizierter natürlicher Killerzellen bei Hirntumorpatient:in

| Am Hirntumorzentrum des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) am Universitätsklinikum Frankfurt wurde im Rahmen einer klinischen Phase-I-Studie vor Kurzem erstmalig ein:e Hirntumorpatient:in mit genmodifizierten natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) behandelt. Das neuartige Zelltherapeutikum für die adoptive Immuntherapie wurde am Standort Frankfurt am Main in einer langjährigen Kooperation zwischen dem Georg-Speyer-Haus und dem Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie entwickelt. Die Therapie mit sogenannten CAR-NK-Zellen wird derzeit am UCT im Rahmen der Studie CAR2BRAIN erprobt, finanziell unterstützt durch das LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie Frankfurt und das US-amerikanische Biotechnologie-Unternehmen NantKwest.

NK-Zellen sind spezielle Blutzellen des angeborenen Immunsystems und haben die Fähigkeit, bei bestimmten Zielzellen den Zelltod auszulösen. Die in der Studie untersuchten modifizierten Killerzellen tragen einen sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR), der das tumor-assoziierte Antigen HER2 (ErbB2) erkennt und damit die Zerstörung der Tumorzellen befördert. HER2 ist auf der Oberfläche vieler Tumorzellen zu finden und stellt daher ein ideales Angriffsziel für eine zelluläre Immuntherapie dar.

Im Rahmen der CAR2BRAIN-Studie werden Patient:innen behandelt, die ein HER2-positives Glioblastom – einen bösartigen Hirntumor – haben und sich einer Rezidiv-Operation unterziehen müssen. Die von der NK-Zelllinie NK-92 abgeleiteten CAR-NK-Zellen werden während der Operation in das Operationsgebiet injiziert. Dadurch sollen die trotz Operation zurückbleibenden Tumorzellen attackiert und das patienteneigene Immunsystem auf diese aufmerksam gemacht werden. Ein:e erste:r Patient:in wurde am Universitätsklinikum Frankfurt vor zwei Wochen behandelt und hat die Operation und die Injektion der natürlichen Killerzellen gut überstanden. Weitere Patient:innen sollen in den nächsten Wochen folgen.

Die klinische Studie wird kooperativ an der Klinik für Neurochirurgie (Prof. Dr. Christian Senft) und dem Dr. Senckenbergischen Institut für Neuroonkologie (PD Dr. Michael Burger sowie Prof. Dr. Joachim Steinbach) unter Mitwirkung weiterer partnerschaftlicher Einrichtungen des Hirntumorzentrums durchgeführt. Studienleiter nach Arzneimittelgesetz ist PD Dr. Michael Burger.

Weitergehende Informationen können Sie sich hier nachlesen.


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